Frage:
Wenn ich in der Moschee bete und der Imam betet zwanzig Raka'aat, soll ich die zwanzig mit ihm vollenden, oder soll ich acht Raka'aat mit ihm beten, Witr alleine beten und dann hinausgehen?
Antwort:
Ich empfehle dir, acht Raka'aat mit dem Imam zu beten und Witr alleine. Die Sunnah zu befolgen besitzt mehr Wert, denn fürwahr der Prophet (sallallahu alayhi wa sallam) sagte: „Betet so wie ihr mich beten gesehen habt.“
Scheich Muqbil ibn Hadi, rahimahullah
Quelle: Fadaa'ih wa Nasaa'ih', Al-Allaamah Al-Muhaddith Muqbil ibn Hadi al-Waadi'i, Daarul-Haramain - Kairo, S. 86
وَحَدَّثَنِى عَنْ مَالِكٍ عَنْ مُحَمَّدِ بْنِ يُوسُفَ عَنِ السَّائِبِ بْنِ يَزِيدَ أَنَّهُ قَالَ: أَمَرَ عُمَرُ بْنُ الْخَطَّابِ أُبَىَّ بْنَ كَعْبٍ وَتَمِيمًا الدَّيْرِىَّ أَنْ يَقُومَا لِلنَّاسِ بِإِحْدَى عَشْرَةَ رَكْعَةً قَالَ وَكَانَ الْقَارِئُ يَقْرَأُ بِالْمِئِينَ حَتَّى كُنَّا نَعْتَمِدُ عَلَى الْعِصِىِّ مِنْ طُولِ الْقِيَامِ وَمَا كُنَّا نَنْصَرِفُ إِلَّا فِى فُرُوعِ الْفَجْرِ
„Umar ibn al-Khattab befahl Ubayy ibn Ka‘b und Tamim ad-Dari, für die Menschen mit elf Rak‘a zu stehen. Der Rezitierende pflegte mit Hunderten (von Ayaat) zu rezitieren, bis wir uns wegen der Länge des Stehens auf Stöcke stützten, und wir gingen nicht auseinander außer bei den Anfängen des Fadschr.“
Quelle: Muwatta von Imam Malik, Im Buch des Gebets, im Kapitel über das, was über das Nachtgebet im Ramadan überliefert wurde.
قال شيخ الإسلام ابن تيمية كما في مجموع الفتاوى (272/22): والأفضل يختلف باختلاف أحوال المصلين فإن كان فيهم احتمال لطول القيام فالقيام بعشر ركعات وثلاث بعدها، كما كان النبي صلى الله عليه وسلم يصلي لنفسه في رمضان وغيره هو الأفضل، وإن كانوا لا يحتملونه فالقيام بعشرين هو الأفضل وهو الذي يعمل به أكثر المسلمين.
Scheich al-Islam Ibn Taymiyya sagte:
„Das Bessere unterscheidet sich je nach dem Zustand der Betenden. Wenn unter ihnen die Fähigkeit besteht, lang zu stehen, dann ist das Stehen mit zehn Rak‘a und danach drei – wie der Prophet ﷺ für sich selbst im Ramadan und außerhalb davon betete – das Bessere. Wenn sie es jedoch nicht ertragen, dann ist das Stehen mit zwanzig das Bessere, und dies ist es, was die meisten Muslime praktizieren.“
Quelle: Madschmu‘ al-Fatawa (22/272)
Es wird von Malik überliefert, von Yazid ibn Ruman, dass er sagte:
كَانَ النَّاسُ يَقُومُونَ فِى زَمَانِ عُمَرَ بْنِ الْخَطَّابِ فِى رَمَضَانَ بِثَلَاثٍ وَعِشْرِينَ رَكْعَةً
„Die Menschen pflegten zur Zeit von ʿUmar ibn al-Khattab im Ramadan dreiundzwanzig Rakʿa zu verrichten.“ [1]
Und im „Musnad Ibn al-Jaʿd“ (Nr. 2926):
كَانُوا يَقُومُونَ عَلَى عَهْدِ عُمَرَ فِي شَهْرِ رَمَضَانَ بِعِشْرِينَ رَكْعَةً ، وَإِنْ كَانُوا لَيَقْرَءُونَ بِالْمِئِينَ مِنَ الْقُرْآنِ
„Sie pflegten zur Zeit ʿUmars im Monat Ramadan zwanzig Rakʿa zu verrichten, und sie rezitierten dabei Hunderte (Verse) aus dem Qurʾan.“ [2]
قال ابن عبد البر في "الاستذكار" (154/2): " إلا أنه يحتمل أن يكون القيام في أول ما عمل به عمر بإحدى عشرة ركعة ، ثم خفف عليهم طول القيام ، ونقلهم إلى إحدى وعشرين ركعة ، يخففون فيها القراءة ويزيدون في الركوع والسجود ، إلا أن الأغلب عندي في إحدى عشرة ركعة الوهم ، والله أعلم "
Ibn ʿAbd al-Barr sagte:
„Es ist möglich, dass das Qiyam zu Beginn dessen, was ʿUmar einführte, elf Rakʿa betrug; dann erleichterte er ihnen die Länge des Stehens und führte sie zu einundzwanzig Rakʿa über, wobei sie die Rezitation verkürzten und das Rukuʿ und den Sujud vermehrten. Doch überwiegt bei mir hinsichtlich der elf Rakʿa die Annahme eines Irrtums, und Allah weiß es am besten.“
Quelle: Al-Istidhkar (2/154)
[1] Die Überlieferung ist mursal; ihre Überlieferer sind vertrauenswürdig. Yazid ibn Ruman gehört zu den jüngeren Tabiʿin, daher ist seine Überlieferung von ʿUmar (radiyallahu ʿanhu) mursal.
[2] Diesen Hadith stufte an-Nawawi in „al-Khulasa“ als authentisch ein; ihm stimmten az-Zaylaʿi in „Nasb ar-Raya“, Ibn al-ʿIraqi in „Tarh at-Tathrib“, al-ʿAyni in „ʿUmdat al-Qari“, as-Suyuti in „al-Masabih“ im Kapitel über das Tarawih-Gebet und ʿAli al-Qari in seinem „Scharh al-Muwattaʾ“ zu.
قال الترمذي في جامعه: وَاخْتَلَفَ أَهْلُ الْعِلْمِ فِى قِيَامِ رَمَضَانَ فَرَأَى بَعْضُهُمْ أَنْ يُصَلِّىَ إِحْدَى وَأَرْبَعِينَ رَكْعَةً مَعَ الْوِتْرِ وَهُوَ قَوْلُ أَهْلِ الْمَدِينَةِ وَالْعَمَلُ عَلَى هَذَا عِنْدَهُمْ بِالْمَدِينَةِ وَأَكْثَرُ أَهْلِ الْعِلْمِ عَلَى مَا رُوِىَ عَنْ عُمَرَ وَعَلِىٍّ وَغَيْرِهِمَا مِنْ أَصْحَابِ النَّبِىِّ صلى الله عليه وسلم عِشْرِينَ رَكْعَةً وَهُوَ قَوْلُ سُفْيَانَ الثَّوْرِىِّ وَابْنِ الْمُبَارَكِ وَالشَّافِعِىِّ وَقَالَ الشَّافِعِىُّ: وَهَكَذَا أَدْرَكْتُ بِبَلَدِنَا بِمَكَّةَ يُصَلُّونَ عِشْرِينَ رَكْعَةً، وَقَالَ أَحْمَدُ: رُوِىَ فِى هَذَا أَلْوَانٌ وَلَمْ يَقْضِ فِيهِ بِشَىْءٍ، وَقَالَ إِسْحَاقُ: بَلْ نَخْتَارُ إِحْدَى وَأَرْبَعِينَ رَكْعَةً عَلَى مَا رُوِىَ عَنْ أُبَىِّ بْنِ كَعْبٍ
At-Tirmidhi sagte:
Die Gelehrten sind uneinig über das Qiyam im Ramadan. Einige sahen vor, einundvierzig Rakʿa einschließlich Witr zu beten; das ist die Ansicht der Leute von Madina, und danach wurde bei ihnen in Madina gehandelt. Die Mehrheit der Gelehrten jedoch folgt dem, was von ʿUmar, ʿAli und anderen Gefährten des Propheten ﷺ mit zwanzig Rakʿa überliefert wurde. Dies ist die Ansicht von Sufyan ath-Thawri, Ibn al-Mubarak und asch-Schafiʿi.
Asch-Schafiʿi sagte: „So habe ich es in unserem Land in Makka vorgefunden: Sie beten zwanzig Rakʿa.“
Ahmad sagte: „Es sind in dieser Angelegenheit verschiedene Formen überliefert worden, und er entschied nichts Bestimmtes darin.“
Is'haq sagte: „Vielmehr wählen wir einundvierzig Rakʿa gemäß dem, was von Ubayy ibn Kaʿb überliefert wurde.“
Quelle: Jamiʿ at-Tirmidhi
قال ابنُ عبد البَرِّ في الاستذكار (244/5): (وقد أجمَع العلماءُ على أنْ لا حدَّ ولا شيءَ مُقدَّرًا في صلاة الليل، وأنَّها نافلة؛ فمَن شاء أطال فيها القيام وقلَّت ركعاته، ومَن شاء أكثر الركوع والسجود). وقال أيضًا في نفس المصدر (236/5): (أكثرُ الآثار على أنَّ صلاته كانت إحدى عشرةَ ركعةً، وقد رُوي ثلاث عشرة ركعة، واحتجَّ العلماء على أنَّ صلاة الليل ليس فيها حدٌّ محدود، والصلاة خيرُ موضوع، فمَن شاء استقلَّ ومَن شاء استكثر)، وقال كذلك(157/5): "وروي عشرون ركعة عن علي وشتير بن شكل وابن أبي مليكة والحارث الهمداني وأبي البختري وهو قول جمهور العلماء وبه قال الكوفيون والشافعي وأكثر الفقهاء، وهو الصحيح عن أبي بن كعب، من غير خلاف من الصحابة، وقال عطاء: أدركت الناس وهم يصلون ثلاثا وعشرين ركعة بالوتر "
Ibn ʿAbd al-Barr sagte:
„Die Gelehrten sind sich einig, dass es keine festgelegte Grenze oder bestimmte Anzahl im Nachtgebet gibt, und dass es eine freiwillige Handlung ist. Wer möchte, verlängert darin das Stehen und verringert die Rakʿa; und wer möchte, vermehrt Rukuʿ und Sujud.“
Und er sagte ebenfalls:
„Die meisten Überlieferungen besagen, dass sein Gebet elf Rakʿa betrug; und es wurde auch dreizehn Rakʿa überliefert. Die Gelehrten argumentierten damit, dass das Nachtgebet keine festgelegte Grenze hat; und das Gebet ist die beste Tat – wer möchte, verrichtet wenig, und wer möchte, verrichtet viel.“
Und er sagte auch:
„Und es wurden zwanzig Rakʿa von ʿAli, Schutair ibn Schakl, Ibn Abi Mulaika, al-Harith al-Hamdani und Abu al-Bakhtari überliefert. Das ist die Ansicht der Mehrheit der Gelehrten; und so sagten die Kufier, asch-Schafiʿi und die meisten Fuqaha. Es ist die authentische Überlieferung von Ubayy ibn Kaʿb, ohne Widerspruch unter den Gefährten. ʿAta sagte: Ich traf die Menschen an, während sie dreiundzwanzig Rakʿa mit Witr beteten.“
Quelle: Al-Istidhkar (5/244), (5/236) und (5/157).
قال القاضي عياض في إكمال المعلم (82/3): (ولا خلافَ أنه ليس فى ذلك حدٌّ لا يُزاد عليه ولا يُنقص منه، وأنَّ صلاة الليل من الفضائل والرغائب، التي كلَّما زِيد فيها زِيد فى الأجر والفضل، وإنما الخلافُ في فِعل النبيِّ صلَّى اللهُ عليه وسلَّم وما اختاره لنفْسه).
Al-Qadi ʿIyad sagte:
„Es besteht kein Meinungsunterschied darüber, dass es darin keine Grenze gibt, die weder überschritten noch unterschritten werden darf, und dass das Nachtgebet zu den vorzüglichen und erstrebten Taten gehört, bei denen mit jeder Vermehrung auch Lohn und Vorzug zunehmen. Der Meinungsunterschied betrifft lediglich das Handeln des Propheten ﷺ und das, was er für sich selbst auswählte.“
Quelle: Ikmal al-Muʿlim (3/82)
قال العراقي في طرح التثريب (43/3): (قد اتفق العلماء على أنه ليس له حدٌّ محصور).
Al-ʿIraqi sagte:
„Die Gelehrten sind sich einig, dass es dafür keine festgelegte, begrenzte Anzahl gibt.“
Quelle: Tarh at-Tathrib (3/43)
يقول ابن تيمية رحمه الله تعالى "مجموع الفتاوى" (112/23) : "ويشبه ذلك من بعض الوجوه تنازع العلماء في مقدار القيام في رمضان فإنه قد ثبت أن أُبَىَّ بن كعب كان يقوم بالناس عشرين ركعة فى قيام رمضان ، ويوتر بثلاث ، فرأى كثير من العلماء أن ذلك هو السنة؛ لأنه أقامه بين المهاجرين والانصار ولم ينكره منكر ، واستحب آخرون تسعة وثلاثين ركعة ، بناء على أنه عمل أهل المدينة القديم.
وقال طائفة : قد ثبت في الصحيح عن عائشة {أن النبي صلى الله عليه وسلم لم يكن يزيد في رمضان ولا غيره على ثلاث عشرة ركعة} واضطرب قوم في هذا الأصل لما ظنوه من معارضة الحديث الصحيح لما ثبت من سنة الخلفاء الراشدين وعمل المسلمين . والصواب أن ذلك جميعه حسن كما قد نص على ذلك الإمام أحمد رضي الله عنه وأنه لا يتوقت في قيام رمضان عدد فإن النبي صلى الله عليه وسلم لم يوقت فيها عددا وحينئذ فيكون تكثير الركعات وتقليلها بحسب طول القيام وقصره. فإن النبي صلى الله عليه وسلم كان يطيل القيام بالليل حتى إنه قد ثبت عنه في الصحيح من حديث حذيفة {أنه كان يقرأ في الركعة بالبقرة والنساء وآل عمران فكان طول القيام يغني عن تكثير الركعات}. وأبي بن كعب لما قام بهم وهم جماعة واحدة لم يمكن أن يطيل بهم القيام فكثر الركعات ليكون ذلك عوضا عن طول القيام وجعلوا ذلك ضعف عدد ركعاته فإنه كان يقوم بالليل إحدى عشرة ركعة أو ثلاث عشرة ثم بعد ذلك كان الناس بالمدينة ضعفوا عن طول القيام فكثروا الركعات حتى بلغت تسعا وثلاثين. "
Scheich al-Islam Ibn Taimiya sagte:
„Dem ähnelt in mancher Hinsicht der Streit der Gelehrten über das Maß des Qiyam im Ramadan. Es steht fest, dass Ubayy ibn Kaʿb mit den Menschen zwanzig Rakʿa im Qiyam des Ramadan verrichtete und drei als Witr betete. Viele Gelehrte sahen dies als die Sunna an, weil er es unter den Muhadschirun und den Ansar einführte und niemand es missbilligte. Andere empfahlen neununddreißig Rakʿa, da dies die frühere Praxis der Leute von Madina war.
Eine Gruppe sagte: Im Sahih ist von ʿAischa überliefert, dass der Prophet ﷺ weder im Ramadan noch außerhalb davon mehr als dreizehn Rakʿa betete. Manche gerieten in Verwirrung hinsichtlich dieses Grundsatzes, weil sie meinten, der authentische Hadith widerspreche dem, was von der Sunna der rechtgeleiteten Kalifen und der Praxis der Muslime feststeht.
Das Richtige ist, dass all dies gut ist, wie Imam Ahmad (radiyallahu ʿanhu) ausdrücklich festhielt, und dass es im Qiyam des Ramadan keine festgelegte Zahl gibt, denn der Prophet ﷺ legte darin keine Zahl fest. Demnach richtet sich die Vermehrung oder Verringerung der Rakʿa nach der Länge oder Kürze des Stehens. Der Prophet ﷺ pflegte das nächtliche Stehen so zu verlängern, dass im Sahih im Hadith von Hudhaifa überliefert ist, dass er in einer Rakʿa al-Baqara, an-Nisaʾ und Al ʿImran rezitierte; die Länge des Stehens ersetzte also die Vermehrung der Rakʿa.
Als Ubayy ibn Kaʿb mit ihnen betete, während sie eine Gemeinschaft bildeten, konnte er das Stehen nicht in solcher Länge mit ihnen durchführen; daher vermehrte er die Rakʿa, damit dies einen Ausgleich für die Länge des Stehens bilde. Und sie machten dies etwa zur doppelten Anzahl seiner Rakʿa; denn er pflegte nachts elf oder dreizehn Rakʿa zu beten. Später wurden die Menschen in Madina zu schwach für das lange Stehen, sodass sie die Rakʿa vermehrten, bis sie neununddreißig erreichten.“
Quelle: Majmuʿ al-Fatawa (23/112)
قال شيخ الإسلام ابن تيمية كما في الفتاوى الكبرى (343/5): والتراويح إن صلاها كمذهب أبي حنيفة، والشافعي، وأحمد: عشرين ركعة أو: كمذهب مالك ستا وثلاثين، أو ثلاث عشرة، أو إحدى عشرة فقد أحسن، كما نص عليه الإمام أحمد لعدم التوقيف فيكون تكثير الركعات وتقليلها بحسب طول القيام وقصره.
Er sagte ebenfalls:
„Wenn man das Tarawih gemäß der Madhhab von Abu Hanifa, asch-Schafiʿi und Ahmad mit zwanzig Rakʿa betet, oder gemäß der Madhhab von Malik mit sechsunddreißig, oder mit dreizehn oder elf, so hat man gut gehandelt – wie Imam Ahmad ausdrücklich sagte – aufgrund des Fehlens einer Festlegung. Die Vermehrung oder Verringerung der Rakʿa richtet sich nach der Länge oder Kürze des Stehens.“
Quelle: Al-Fatawa al-Kubra (5/343)
Scheich al-ʿUthaimin sagte:
„Hier sagen wir: Wir sollten weder übertreiben noch nachlässig sein. Einige Menschen übertreiben hinsichtlich der Einhaltung der Sunna in der Anzahl und sagen: Es ist nicht erlaubt, die Anzahl zu überschreiten, die in der Sunna gekommen ist, und sie tadeln streng diejenigen, die darüber hinausgehen, und sagen, er sei sündig und ungehorsam.
Dies ist zweifellos ein Fehler. Wie kann er sündig und ungehorsam sein, wo doch der Prophet ﷺ über das Nachtgebet gefragt wurde und sagte:
{صلاة الليل مثنى مثنى}
„Das Nachtgebet ist jeweils zwei und zwei“, und er legte keine Zahl fest? Es ist bekannt, dass derjenige, der ihn über das Nachtgebet fragte, die Anzahl nicht kannte; denn wer die Art und Weise nicht kennt, dessen Unwissenheit über die Anzahl ist erst recht anzunehmen. Er gehörte nicht zu denen, die dem Gesandten Allahs ﷺ dienten, sodass man sagen könnte, er wisse, was in seinem Haus geschah.
Da der Prophet ﷺ ihm die Art und Weise des Gebets erklärte, ohne eine Zahl festzulegen, ist bekannt, dass die Angelegenheit hierin weit ist und dass es dem Menschen erlaubt ist, hundert Rakʿa zu beten und mit einer zu witren.
Was seine Aussage betrifft:
{صلوا كما رأيتموني أصلي}
„Betet, wie ihr mich habt beten sehen“, so ist dies selbst nach ihnen nicht allgemein zu verstehen. Denn sie verpflichten den Menschen nicht, einmal mit fünf, einmal mit sieben und einmal mit neun (Rakʿa) zu witren. Würden wir es allgemein verstehen, müssten wir sagen: Es ist verpflichtend, einmal mit fünf, einmal mit sieben und einmal mit neun zusammenhängend zu witren. Gemeint ist vielmehr: Betet, wie ihr mich beten gesehen habt, hinsichtlich der Art und Weise; nicht hinsichtlich der Anzahl – außer wo ein Text eine Zahl festlegt.
In jedem Fall sollte man die Menschen in einer weiten Angelegenheit nicht bedrängen. Wir haben sogar unter den Brüdern, die hierin streng sind, solche gesehen, die die Imame, die mehr als elf Rakʿa beten, für Neuerer erklären und die Moschee verlassen; so entgeht ihnen der Lohn, über den der Gesandte ﷺ sagte:
{من قام مع الإمام حتى ينصرف كُتب له قيام ليلة}
„Wer mit dem Imam steht, bis er sich entfernt, dem wird (der Lohn) einer ganzen Nacht zugeschrieben.“ [1]
Manche setzen sich nach zehn Rakʿa hin, wodurch die Reihen durch ihr Sitzen unterbrochen werden; mitunter sprechen sie sogar und stören die Betenden.
Wir zweifeln nicht daran, dass sie das Gute wollen und sich bemühen; doch nicht jeder Bemühende trifft das Richtige.
Die andere Seite ist das Gegenteil dieser: Sie verurteilen heftig denjenigen, der sich auf elf Rakʿa beschränkt, und sagen: Du bist vom Konsens abgewichen. Und sie zitieren:
﴿ وَمَن يُشَاقِقِ الرَّسُولَ مِن بَعْدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُ الْهُدَىٰ وَيَتَّبِعْ غَيْرَ سَبِيلِ الْمُؤْمِنِينَ نُوَلِّهِ مَا تَوَلَّىٰ وَنُصْلِهِ جَهَنَّمَ وَسَاءَتْ مَصِيرًا ﴾
„Und wer dem Gesandten entgegenwirkt, nachdem ihm die Rechtleitung klar geworden ist, und einem anderen Weg als dem der Gläubigen folgt – den lassen Wir dem folgen, was er gewählt hat, und Wir werden ihn der Hölle aussetzen; und schlimm ist sie als Ausgang.“
Sie sagen: Alle vor dir kannten nur dreiundzwanzig Rakʿa. Auch dies ist ein Fehler.“
Quelle: Asch-Scharh al-Mumtiʿ (4/53)
[1] Überliefert von at-Tirmidhi (806) und von al-Albani in „Sahih at-Tirmidhi“ (646) als authentisch eingestuft.