Frage:
Dieser Fragende erkundigt sich nach dem Urteil darüber, von einer Moschee zu einer anderen zu wechseln, um der schönen Stimme des Imams zu folgen, die beim Khuschuʼ hilft.
Antwort:
Es besteht kein Zweifel daran, dass ein Imam, dessen Rezitation eindrucksvoll ist, den Betenden unterstützt. Daher gibt es kein Verbot und keinen Tadel darin, dass jemand zu einer Moschee geht, in der seine Konzentration größer ist als in einer anderen Moschee. Entscheidend ist, dass er mit der Gemeinschaft betet.
Der Gesandte Allāhs ﷺ ging am Haus von Abu Musa al-Aschari vorbei und hörte ihn den Qurʼan rezitieren. So blieb er stehen und hörte ihm zu. Danach sagte er ﷺ:
{لقد أوتيت مزمارا من مزامير آل داود}
„Dir wurde wahrlich eine Flöte von den Flöten der Familie Dawuds gegeben.“
Und am Morgen sagte er zu Abu Musa:
{لو رأيتني يا أبا موسى البارحة وأنا أستمع قراءتك}
„Wenn du mich doch gestern Abend gesehen hättest, wie ich deiner Rezitation zuhörte.“
Darauf sagte er: „Hätte ich gewusst, dass du zuhörst, o Gesandter Allahs, hätte ich sie für dich besonders (schön) vorbereitet.“
Der Prophet ﷺ sagte ihm nicht: „Tue das nicht.“ Dies zeigt, dass die Verschönerung der Stimme beim Rezitieren des Qurʾān etwas Erwünschtes ist. Deshalb hat Allāh keinem etwas so sehr erlaubt wie dem Propheten ﷺ, den Qurʼān wohlklingend zu rezitieren, das heißt ihn melodisch vorzutragen.
Scheich Sāliḥ al-Luḥaidān, rahimahullah
Übersetzung: Khawer Malik
Anmerkung: Es ist jedoch zu beachten, dass man insbesondere im Westen in den Moscheen der Ahlus-Sunnah bleiben sollte, auch wenn man anderswo eine schönere Rezitation hört.