Frage:

Der Fragesteller fragt über eine Person, von der Verstöße gegen den Manhadsch ausgehen. Wenn er von seinen Verstößen zurückkehrt, genügt dann bayān (Klarstellung) und iṣlāḥ (Wiedergutmachung), oder sagt er lediglich: „Ich habe davon bereut?”

Antwort:

Nein, niemals. Er muss es klarstellen, bis den Menschen seine Rechtschaffenheit sichtbar wird. ‘Umar, Allahs Wohlgefallen auf ihm, was hat er mit Ṣabīgh gemacht? Er schlug ihn und ließ ihn ins Gefängnis werfen. Warum?

Weil er Fragen stellte über die Worte Allahs:

﴿ وَالذَّارِيَاتِ ذَرْوًا ﴾

„Bei den Winden, die heftig verwehen.“ (Sūrah adh-Dhāriyāt, 1)

Und über Ähnliches. Er war kein Neuerer, sondern hatte lediglich einen Zweifel. Doch mit solchen Fragen verwirrte er die Menschen.

So begegnete ihm ‘Umar, Allahs Wohlgefallen auf ihm, mit Schlägen und Gefängnis, mehrmals. Schließlich sagte er zu ihm: „O Amīr al-Mu’minīn, wenn du willst, dass das, was in meinem Kopf ist, herauskommt, so bei Allah, es ist herausgekommen. Und wenn du mich töten willst, dann töte mich auf gute Weise.”

Daraufhin wurde er in den Irak ausgewiesen, und den Leuten des Irak wurde befohlen, ihn zu meiden. So wurde er behandelt wie ein räudiges Kamel. Wenn jemand ihn ansprechen wollte, sagte man zu ihm: „Das ist der Beschluss des Amīr al-Mu’minīn.” So sprach niemand mit ihm. Bis seine Taubah vollständig sichtbar wurde und sich als aufrichtig erwies. Der Amīr schrieb an ihn: „So und so ist rechtschaffen geworden, und die Aufrichtigkeit seiner Taubah wurde sichtbar.”

Da sagte ‘Umar, Allahs Wohlgefallen auf ihm: „Dann sollen die Menschen wieder mit ihm sprechen.”

So muss seine Taubah sichtbar werden und seine Wahrhaftigkeit sich zeigen. Denn wir haben viele Menschen erlebt, die ausweichen, wie ein Fuchs ausweicht, und sich taktisch bewegen. Er sagt: „Ich habe bereut, ich bin zurückgekehrt.” Und ehe man es merkt, flüstert er hier und dort wieder mit dem Falschen, von dem er behauptet, er habe sich davon losgesagt.

Solche Personen müssen geprüft werden, und man muss in seinem Fall vorsichtig vorgehen, bis er uns die Aufrichtigkeit seiner Taubah zeigt. Danach ist er unser Bruder.

Und ihr wisst, dass Ka’b ibn Mālik, der edle Gefährte, der an den bedeutenden Ereignissen (Schlachten) teilnahm, bārakallāhu fīkum, an allen außer Badr, und er hätte die ‘Aqabah, bei der er dem Gesandten Allahs den Treueeid leistete, gegen nichts eingetauscht, weder gegen Krankheit noch gegen die Teilnahme an der Schlacht von Badr.

Er blieb von der Schlacht von Tabūk zurück, nicht aus Kufr und nicht aus Heuchelei. Als der Gesandte Allahs zurückkehrte, kamen die Entschuldigenden und entschuldigten sich beim Propheten . Er nahm ihr Äußeres an und überließ ihr Inneres Allah, dem Erhabenen. Danach enthüllte Allah ihren Zustand und machte deutlich, was bei ihnen an Lüge war.

Was jedoch Ka’b ibn Mālik, Hilāl ibn Umayyah und einen dritten Mann betrifft, so waren sie wahrhaftig in ihrer Entschuldigung. Der Prophet sagte: „Was diese betrifft, sie haben die Wahrheit gesprochen. Doch er schob ihre Angelegenheit zunächst für 40 Nächte auf, dann bis zur Vollendung von 50 Nächten. Niemand sprach mit ihnen.”

Sie hatten bereut und es bekannt und alles. Und dennoch wurde über sie diese strenge Maßnahme vollzogen. Niemand von den Leuten von Madīnah sprach mit ihnen. Das ist der prophetische Manhadsch, bārakallāhu fīk. Die Taubah ist kein Spiel.

Nach 50 Nächten kam die Offenbarung vom Himmel. Hätte es Jahre gedauert, hätten der Gesandte und die Gefährten sie weiterhin gemieden. Doch nach 50 Tagen kam die Barmherzigkeit Allahs mit der Annahme ihrer Taubah, und die Muslime freuten sich über diese Taubah.

Und wir haben viele Leute der Gelüste erlebt. „Bei Allah, ich bin zurückgekehrt, bei Allah, ich bin zurückgekehrt.“ Dann sieht man ihn doch wieder, wie er seine Bid’ah hier und dort verbreitet. Wir haben Erfahrungen.

Der Punkt ist: Bei Allah, wir freuen uns über die Taubah und wir ermutigen dazu. Doch wir wurden viele Male gebissen von vielen, die die Taubah behaupteten. Dann zeigte sich ihre Unaufrichtigkeit und ihr Trug wurde sichtbar. Wenn er bereut und zurückkehrt und seine Taubah nach einer Zeit sichtbar wird, dann alḥamdulillāh, ist er unser Bruder und er gewinnt seinen Rang zurück, so Allah will. Und wenn das andere sichtbar wird, dann haben wir uns vor ihm in Acht genommen.

Der Fragende sagte:

Scheich, er hat natürlich seine Reue gezeigt. Wie soll man also mit ihm umgehen? Er ist doch zurückgekehrt usw.

Antwort:

Bei Allah, er bleibt eine gewisse Zeit unter Beobachtung. Sich ihm jedoch sofort hinzugeben und sich in seine Arme zu werfen, bevor wir seine Wahrhaftigkeit kennen, das ist ‘Adschalah (übereiltes Handeln). Was habe ich euch zuvor gesagt? Warum habe ich euch das Beispiel von Kaʼb ibn Mālik und seiner Gruppe sowie von Ṣabīgh angeführt? Warum? Aus Vorsicht. Er sagt nicht einfach: „Ich habe bereut“, geht zurück, unterrichtet wieder und kommt, um eine Fahne zu erheben. Er muss sich erst als frei davon erweisen. bārakallāhu fīk.

Scheich Rabī’ al-Madchalī, rahimahullah

Quelle: منقول عن شبكة سحاب السلفية

Übersetzung: Khawer Malik