Es ist authentisch vom Propheten () überliefert, dass er sagte:

{ لا تسبوا الشيطان، وتعوذوا بالله }

„Verflucht nicht den Schaytan, sondern sucht Zuflucht bei Allah vor seinem Übel.“ [1]



Der Gesandte Allahs () sagte:

{ ليسَ المؤمنُ بالطَّعَّانِ، ولا اللَّعَّانِ، ولا الفاحشِ، ولا البَذيءِ }

„Der Mu'min (Gläubige) ist weder ein Schmähsüchtiger noch ein Fluchender, weder schamlos (unanständig) noch vulgär (obszön).“ [3]


Frage:

Ein Mann hörte mich eines Tages den Schaytan verfluchen und tadelte mich dafür. Er sagte, es sei verboten, den Schaytan zu verfluchen, da ihn das hochmütig mache. Ist das korrekt? Bitte geben Sie mir Auskunft. Möge Allah Sie belohnen!

Antwort:

Wenn der Schaytan einen Muslim zur Sünde anstiftet oder ihm Einflüsterungen eingibt, ist es ihm erlaubt, bei Allah allein Zuflucht und Schutz vor dem Schaytan zu suchen. Ebenso ist es dem Muslim, der den Schaden der List des Schaytan oder seiner Anhänger fürchtet, erlaubt, Allah um Hilfe zu bitten, damit Er dessen Übel und Schaden abwehrt. Er soll häufig Dhikr sprechen, damit Allah ihn zurückweist und seine List vereitelt.

Allah, der Erhabene, sagt:

﴿ وَإِمَّا يَنزَغَنَّكَ مِنَ ٱلشَّيۡطَـٰنِ نَزۡغࣱ فَٱسۡتَعِذۡ بِٱللَّهِۚ إِنَّهُۥ سَمِيعٌ عَلِيمٌ ﴾

„Und wenn dich vom Satan eine Eingebung aufstachelt, dann suche Schutz bei Allah, denn Er ist ja Allhörend und Allwissend.“ (Surah al-A‘raf 7:200)

Und Er, der Erhabene, sagt:

﴿ وَقُل رَّبِّ أَعُوذُ بِكَ مِنۡ هَمَزَٲتِ ٱلشَّيَـٰطِينِ ﴾

„Und sag: Mein Herr, ich nehme Zuflucht bei Dir vor den Aufstachelungen der Satane.“ (Surah al-Mu’minun 23:97)

﴿ وَأَعُوذُ بِكَ رَبِّ أَن يَحۡضُرُونِ ﴾

„Und ich nehme Zuflucht bei Dir davor, mein Herr, daß sie mich aufsuchen.“ (Surah al-Mu’minun 23:98)

Es ist Authentisch vom Propheten () überliefert, dass er beim Aufstehen zum Gebet sagte:

{ أَعُوذُ بِاَللَّهِ اَلسَّمِيعِ اَلْعَلِيمِ مِنَ اَلشَّيْطَانِ اَلرَّجِيمِ , مِنْ هَمْزِهِ , وَنَفْخِهِ , وَنَفْثِهِ }

„Ich suche Zuflucht bei Allah, dem Allhörenden, dem Allwissenden, vor dem verfluchten Schaytan; vor seiner Besessenheit (Hamz), vor seinem Einblasen von Hochmut (Nafkh), und vor seinem Einflüstern tadelnswerter Dichtung (Nafth).“ [4]

Imam Ahmad überlieferte in seinem Musnad von Abu Tamimah al-Hujaimi, dass ein Mann sagte: „Eines Tages ritt ich hinter dem Propheten (), auf einem Esel. Als dieser stolperte, sagte ich: „Der Schaytan soll zugrunde gehen!“

Er () sagte:

{ لا تقل تَعِسَ الشيطانُ؛ فإنك إذا قلتَ ذلك تعاظمَ حتى يكونَ مثلَ البيتِ ، ويقولُ: بقوتي، ولكن قل: بسمِ اللهِ؛ فإنك إذا قلتَ ذلك ، تصاغرَ حتى يكونَ مثلَ الذبابِ }

„Sage nicht: ‚Der Schaytan soll zugrunde gehen‘. Wenn du das sagst, wird er sich groß fühlen und sagen: Mit meiner Kraft habe ich ihn zu Fall gebracht! Sage vielmehr: Bismillah (Im Namen Allahs). Dann wird er sich klein fühlen, wie eine Fliege.“ [5]

Von Mujahid (rahimahullah) wurd überliefert:

„Selten erwähnen Menschen den Schaytan, ohne dass er ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Wenn er hört, wie jemand ihn verflucht, sagt er: Du verfluchst einen bereits Verfluchten. Nichts bricht ihm stärker das Rückgrat als das Sprechen von: ‚La ilaha illa Allah.‘“ [6]

Dies ist das wirksamste Mittel, um den Schaden des Schaytan vom Menschen abzuwehren, denn das Übel der widerspenstigen Dschinn kann nur dadurch beseitigt werden.

Allah hat den Schaytan in Seinem Buch wiederholt verflucht, als er hochmütig wurde und sich weigerte, dem Befehl Allahs Folge zu leisten, sich ehrerbietig vor Adam niederzuwerfen. Daher beschrieb Allah ihn als verfluchten Ausgestoßenen. Er ist aus der Barmherzigkeit Allahs verstoßen und aus dem Paradies bis zum Tag der Auferstehung verbannt.

Allah, der Erhabene, sagt:

﴿ إِن يَدْعُونَ مِن دُونِهِ إِلَّا إِنَاثًا وَإِن يَدْعُونَ إِلَّا شَيْطَانًا مَّرِيدًا ‎﴾﴿‏ لَّعَنَهُ اللَّهُ ۘ وَقَالَ لَأَتَّخِذَنَّ مِنْ عِبَادِكَ نَصِيبًا مَّفْرُوضًا ﴾

„Sie rufen außer Ihm nur weibliche (Gottheiten) an, und sie rufen nur einen rebellischen Satan an. Allah verfluchte ihn. Und er sagte: "Ich werde von Deinen Dienern ganz gewiß einen festgesetzten Anteil nehmen.“ (Surah an-Nisa’ 4:117-118)

Und Er sagte:

﴿ قَالَ فَاخْرُجْ مِنْهَا فَإِنَّكَ رَجِيمٌ ‎﴾‏﴿ وَإِنَّ عَلَيْكَ اللَّعْنَةَ إِلَىٰ يَوْمِ الدِّينِ ﴾

„Er sagte: So geh hinaus von hier, denn wahrlich, du bist ein Verfluchter. Und wahrlich, auf dir ist der Fluch bis zum Tag des Gerichts.“ (Surah al-Hidschr 15:34-35)

Der Gesandte Allahs () verfluchte den Schaytan im Gebet, als er sich ihm widersetzte und dieser ihm schaden wollte. Muslim überliefert in seinem „Sahih“ (Nr. 542) von Abu ad-Darda’: Der Gesandte Allahs stand zum Gebet auf, und wir hörten ihn sagen:

{ أعوذ بالله منك }

„Ich suche Zuflucht bei Allah vor dir.“

Dann sagte er dreimal:

{ ألعنك بلعنة الله التامة }

„Ich verfluche dich mit Allahs vollkommenem Fluch.“

Dann streckte er seine Hand aus, als wollte er etwas ergreifen. Nach dem Gebet sagten wir: O Gesandter Allahs, wir hörten dich im Gebet etwas sagen, das wir dich zuvor nicht sagen hörten, und wir sahen dich deine Hand ausstrecken.Er () sagte:

„Allahs Feind, der Schaytan, kam mit einer Feuerflamme, um sie mir ins Gesicht zu werfen. Ich sagte dreimal: Ich suche Zuflucht bei Allah vor dir. Dann sagte ich dreimal: Ich verfluche dich mit Allahs vollkommenem Fluch. Doch er wich nicht zurück. Ich wollte ihn ergreifen. Bei Allah, wäre nicht das Bittgebet meines Bruders Sulayman gewesen, wäre er gefesselt worden und die Kinder von Madinah hätten mit ihm gespielt.“ [7]

Daher ist es dem Muslim erlaubt, den Schaytan zu verfluchen, wenn er kommt, um ihm zu schaden oder ihn vom Gehorsam gegenüber Allah abzubringen. Dennoch soll er nicht das Zufluchtnehmen bei Allah unterlassen und beständig Dhikr, Bismillah oder andere in der Scharia erlaubte Adhkar sprechen. Dies gewährleistet Schutz vor dem Übel des Schaytan.

Auf Grundlage der erwähnten Ayat und Hadithe soll der Muslim jedoch nicht grundlos dazu übergehen, den Schaytan zu verfluchen, in der Annahme, dies sei als allgemeine Praxis eine Nachahmung des Gesandten Allahs .

Möge Allah uns Erfolg gewähren. Mögen Allahs Segen und Frieden auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten sein.

Ständiges Komitee für islamische Forschung und Fatwa

Quelle: Fataawa al-Lajnah Da'imah, Gruppe 1, Band 26: Verschiedenes 3 - Verfluchen - Verfluchen des Schaytan. Fatwa Nr. 19753.

Übersetzung: Abu Davut Koneyvi


[1] Überliefert von Abu Tahir al-Mukhlis, und als authentisch eingestuft von al-Albani.
[2]
 Überliefert von Abu Dawud Nr. 4982 mit diesem Wortlaut sowie von Ahmad Nr. 20592 mit geringfügiger Abweichung.Als sahih eingestuft von al-Albani.
[3] Überliefert von at-Tirmidhi Nr. 1977. Als sahih eingestuft von al-Albani in Sahih at-Tirmidhi.
[4]
 Überliefert von at-Tirmidhi Nr. 242, Abu Dawud Nr. 775, Ahmad 3/50 und ad-Darimi Nr. 1239.
[5] Überliefert von Ahmad 5/59 und Abu Dawud Nr. 4982.
[6] „As-Samt wa Adab al-Lisan“ von Ibn Abi ad-Dunya, S. 205.
[7] Der Hadith wurde von Muslim (1/385, Nr. 542), an-Nasa’i (3/13, Nr. 1215), Ibn Hibban (5/316–317, Nr. 1979), Abu ‘Awanah (2/144), Abu Nu‘aym in Dala’il an-Nubuwwah (2/475, Nr. 266; verifiziert von ‘Abd al-Barr ‘Abbas) sowie von al-Bayhaqi (2/264) überliefert.