Frage an Islam Fatwa:
Wo sind die Orte, an denen die Dschinn aufhalten und wohnen?
Die Dschinn wohnen auf der Erde.
Allah, der Erhabene, sagt:
„Er sagte: Steigt hinab! Die einen von euch sind den anderen Feinde. Und für euch gibt es auf der Erde einen Aufenthaltsort und einen Nießbrauch auf Zeit.“ (Surah al-A‘raf 7:24)
Ibn ‘Ashur sagte:
„Die Anrede richtet sich an Adam, seine Gattin und Iblis; und der Befehl ist ein schöpferischer (takwini). Dadurch wurden Adam, seine Gattin und Iblis zu Bewohnern der Erde.“
Al-Qurtubi sagte in der Erklärung Seines Wortes, des Erhabenen:
„Und die Erde - Er hat sie für die Geschöpfe bereitet“ (Surah ar-Rahman 55:10)
„‚Die Geschöpfe (al-anam)‘ sind die Menschen, überliefert von Ibn ‘Abbas.
Al-Hasan sagte: die Dschinn und die Menschen.
Ad-Dahhak sagte: alles, was sich auf der Oberfläche der Erde bewegt. Und dies ist allgemein.“
Was dafür spricht, dass die Anrede in der vorherigen Aya an die Dschinn und die Menschen gerichtet ist, ist Sein Wort - nach der Erwähnung jeder einzelnen Seiner Gunstbeweise:
„Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?“
Gemeint sind damit die Dschinn und die Menschen.
Es gibt auch eine Anzahl von Dschinn, die in den Häusern zusammen mit den Menschen leben.
Dazu gehören die Schlangen, in deren Gestalt sich die Dschinn formen und so die Häuser betreten, wie im Hadith von dem jungen Mann, den der Dschinn in seinem Haus zu Boden warf. Deshalb untersagte der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - das Töten der Hausschlangen, bevor man sie warnt, wegen der Anwesenheit muslimischer Dschinn in ihnen. So berichtete Nafi‘, dass Abu Lubaba Ibn ‘Umar bat, ihm in seinem Haus eine Tür zu öffnen, um dadurch näher an der Moschee zu sein. Da fanden die Diener die Haut einer Schlange. ‘Abdullah sagte: „Sucht sie und tötet sie.“ Abu Lubaba sagte jedoch: „Tötet sie nicht, denn der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - hat das Töten der Dschinn (der Hausschlangen), die sich in den Häusern befinden, verboten.“
Zu den Orten, an denen die Dschinn wohnen, gehören außerdem die Plätze der Unreinheiten.
Über Zaid ibn Arqam wird vom Gesandten Allahs ﷺ überliefert, dass er sagte:
„Diese Abortstätten sind bewohnt. Wenn einer von euch den Ort der Notdurft betritt, soll er sagen:
Ich suche Zuflucht bei Allah vor den männlichen und weiblichen Schayatin.“
Ibn Battal sagte:
„In diesem Hadith hat er darüber informiert, dass die Abortstätten Aufenthaltsorte der Schayatin sind; deshalb wurde befohlen, beim Betreten Zuflucht (bei Allah) zu suchen.“
Ibn ‘Abd al-Barr sagte:
„Die Aussage des Gesandten Allahs ﷺ: ‚Diese Abortstätten sind bewohnt‘ bedeutet: Die Menschen werden dort betroffen (d. h. geschädigt).“
Ebenso ist das Gebet in den Lagern der Kamele verboten worden. Einige Gelehrte begründeten dies damit, dass sie Aufenthaltsorte der Schayatin seien.
So berichtete Jabir ibn Samura (Allah sei mit ihm zufrieden), dass ein Mann den Gesandten Allahs ﷺ fragte:
„Soll ich wegen (des Verzehrs von) Schaffleisch die Gebetswaschung vollziehen?“
Er sagte: „Wenn du willst, dann vollziehe die Gebetswaschung, und wenn du willst, dann vollziehe sie nicht.“
Er fragte: „Soll ich wegen (des Verzehrs von) Kamelfleisch die Gebetswaschung vollziehen?“
Er sagte: „Ja, vollziehe die Gebetswaschung wegen des Kamelfleisches.“
Er fragte: „Darf ich in den Pferchen der Schafe beten?“
Er sagte: „Ja.“
Er fragte: „Darf ich in den Niederlassungsplätzen der Kamele beten?“
Er sagte: „Nein.“
Und von Abu Huraira (Allah sei mit ihm zufrieden) wird berichtet, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
„Betet in den Pferchen der Schafe und betet nicht in den Lagern der Kamele.“
Ibn Taimiyya sagte:
„Die Orte, an denen das Gebet verboten ist - wie die Lager der Kamele und die Badehäuser - sind Aufenthaltsorte der Schayatin. Ebenso das, wohin einige Menschen von Höhlen und Ähnlichem in den Bergen reisen, mit der Absicht, jene Stätte zu verehren, sei es in Scham, Ägypten, der Dschazira, Chorasan oder anderen Orten. Jeder Ort, den die Menschen verehren, außer den Moscheen und den Riten des Haddsch, ist ein Aufenthaltsort der Schayatin.
Sie nehmen mitunter die Gestalt von Menschenkindern an, sodass viele Menschen meinen, sie gehörten zu den Menschen und seien ‚Männer des Verborgenen‘. Und sie sagen: ‚Die vierzig Abdal befinden sich auf dem Berg Libanon oder auf anderen Bergen.‘
Diese Orte sind Aufenthaltsorte der Dschinn, und sie sind die sogenannten ‚Männer des Verborgenen‘, wie Allah, der Erhabene, sagte:
‚Und es gab Männer unter den Menschen, die Zuflucht bei Männern unter den Dschinn suchten, so mehrten sie ihnen die Bedrängnis.‘ (Surah al-Dschinn 72:6)
Allah nannte sie ‚Männer‘, und sie wurden Dschinn genannt, weil sie sich den Blicken entziehen, das heißt: sich verbergen. Ebenso wurden die Menschen ‚Menschen‘ (Ins) genannt, weil sie wahrnehmen und sehen, wie Musa - Friede sei auf ihm - sagte:
‚Gewiss, ich habe ein Feuer wahrgenommen.‘ (Surah Ta Ha 20:10)
Das heißt: Ich habe ein Feuer gesehen.
Die Berichte über sie in diesem Themenbereich sind zahlreich und bekannt. Doch viele Menschen glauben, dass sie zu den Menschen gehören und dass sie rechtschaffen seien, die den Blicken der Geschöpfe entzogen sind.“
Zu den Orten, an denen die Dschinn wohnen, gehören auch die Erdlöcher (Höhlen, Löcher im Boden).
Von Qatada, von ‘Abdullah ibn Sarjis (Allah sei mit ihm zufrieden), wird überliefert, dass der Prophet ﷺ verboten hat, in ein Erdloch zu urinieren.
Es wurde zu Qatada gesagt: „Was ist verwerflich am Urinieren in ein Erdloch?“ Er sagte: „Man pflegte zu sagen, dass es die Wohnstätten der Dschinn sind.“
Al-Manawi sagte:
„Seine Aussage: ‚Er verbot, in ein Erdloch zu urinieren‘ - mit Damma auf dem Dschim und Sukoon auf dem Ha - bezeichnet alles, was Kleingetiere und Raubtiere für sich selbst ausgraben; so steht es im al-Muhkam.
Es wurde auch gesagt: Es ist ein Loch, also etwas Rundes. Ähnlich ist as-sarab - mit zwei Fatha -, das sich in die Länge erstreckt.“
Die Dschinn halten sich außerdem häufig auf den Märkten auf, um die Menschen in Versuchung zu führen.
Deshalb untersagte der Prophet ﷺ den längeren Aufenthalt dort. So sagte er ermahnend zu Salman al-Farisi (Allah sei mit ihm zufrieden): „Sei - wenn du kannst - nicht der Erste, der den Markt betritt, und nicht der Letzte, der ihn verlässt. Denn er ist das Schlachtfeld des Schaytan, und dort richtet er sein Banner auf.“
‘Iyad sagte:
„Seine Aussage über den Markt: ‚das Schlachtfeld des Schaytan‘ - das Schlachtfeld ist der Ort des Kampfes, wegen des Ringens der Kämpfer miteinander und ihres gegenseitigen Niederwerfens.
Er vergleicht den Markt und das Wirken des Schaytan an seinen Leuten sowie das, was er dort stärker erreicht als anderswo - indem er zu Betrug, Täuschung, ungültigen Verträgen und falschen Eiden antreibt und über die Menschen Macht gewinnt - mit dem Schlachtfeld des Krieges und denjenigen, die dort zu Boden gehen.
Und seine Aussage: ‚und dort richtet er sein Banner auf‘ bedeutet, dass er dort fest etabliert ist, dass sich seine Helfer dort sammeln und dass der Markt das Reittier seiner Verführung sowie der Ort seines Anstachelns und seiner List ist.“
Orte der Sünde
An-Nawawi sagte:
„Das Gebet an Orten, die Aufenthaltsorte des Schaytan sind, ist übereinstimmend verpönt. Dazu gehören Orte des Alkohols, Schenken, Orte der ungerechten Abgaben und ähnliche Orte offenkundiger Sünden, ebenso Kirchen, Bethäuser der Christen, Abortstätten und dergleichen.“
Quelle: الموسوعة العقدية - الكِتابُ الثَّالِث: الإيمانُ بالملائِكةِ - البابُ الرَّابعُ: الإيمانُ بالجِنِّ
Übersetzer: Abu Davut Konyevi.